Dachzelt für Anfänger*innen – Alles, was du zum Dachzelten wissen musst
Was muss ich beim Kauf eines Dachzeltes beachten?
Was vor einigen Jahr noch eine Rarität war, wird zunehmend beliebter: das Dachzelt. Von Saison zu Saison lassen sich immer mehr Dachzelte auf den Campingplätzen und unterwegs auf den Straßen entdecken. Kein Wunder: Campen mit dem Dachzelt bringt dein Outdoor-Erlebnis aufs nächste Level.
Doch was spricht für diese Art des Campens und was musst du beachten? In diesem Blogbeitrag erfährst du alles, was du über die Vorteile, Eigenschaften, Dachlast, Bestimmungen & Co. wissen musst.
Was ist ein Dachzelt?
Ein Dachzelt ist die perfekte Camping-Lösung, die direkt auf dem Dach deines Fahrzeugs montiert wird. Anders als herkömmliche Zelte bietet es dir eine erhöhte Schlafposition und kann innerhalb weniger Minuten aufgebaut werden. Das Konzept stammt ursprünglich aus Afrika, wo Reisende Schutz vor wilden Tieren suchten.
Moderne Dachzelte bestehen aus wetterfesten Materialien und haben integrierte Matratzen, Belüftungssysteme und Fenster. Sie werden über Dachträger befestigt und wiegen je nach Typ zwischen 40 und 70 kg. Der größte Vorteil? Du bist völlig flexibel in der Standortwahl.
Die 3 Dachzelt-Typen im Vergleich
Wenn du dich für ein Dachzelt entschieden hast, stehst du vor der nächsten Frage, welches Modell wohl am besten zu dir und deinen Bedürfnissen passt.
Unter den Autodachzelten gibt es drei Typen: das Hartschalen Dachzelt, das Klappdachzelt (auch Faltdachzelt) sowie das Hybrid Dachzelt. Welche Vorteile die einzelnen Modelle bieten und für wen sie insbesondere geeignet sind, erfährst du im Folgenden.
Das Hartschalen-Dachzelt: Die robuste Lösung für Aktivreisende
Ein Hartschalen Dachzelt ist sehr einfach und schnell auf- und abzubauen, was sich besonders praktisch bei Regen erweist. Auch bei regelmäßigem Ortswechsel kommt dir diese Eigenschaft zugute. Des Weiteren verfügt es im direkten Vergleich über weniger Zeltstoff-Fläche, weshalb es für Nässe weniger Eintrittsmöglichkeiten ins Zeltinnere bietet. Dank der Hartschale trocknet das Zelt deutlich schneller. Das Material lässt sich bei Schmutz zudem leichter abwischen. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass es weniger Platz beim Aufbau benötigt und somit gerade für kleinere Stellflächen interessant ist. Zudem ist dieser Zelttyp meist aerodynamischer, was in weniger Spritverbrauch resultiert.
Was bedeutet aerodynamisch eigentlich?
Aerodynamisch bedeutet allgemein, dass eine Form so gestaltet ist, dass Luft besonders leicht und reibungsarm daran vorbeiströmen kann.
- Auto ohne Dachzelt: Die Luft kann glatt über das Fahrzeug strömen. Das Auto ist aerodynamischer und verbraucht meist weniger Kraftstoff.
- Auto mit Dachzelt: Das Zelt verändert die Form des Autos. Die Luft trifft stärker auf das Zelt und erzeugt mehr Widerstand. Das Auto ist weniger aerodynamisch und verbraucht oft mehr Kraftstoff.
Vorteile:
- Aufbauzeit: 30-60 Sekunden
- Sehr gute Aerodynamik
- Maximaler Schutz der Innenausstattung
- Geringste Windgeräusche während der Fahrt
- Schutz vor Wind & Regen
Nachteile:
- Höherer Anschaffungspreis
- Begrenzte Stehhöhe
- Meist nur für 2 Personen geeignet
Für wen geeignet:
- Solo Traveler
- Aktive Reisende, die oft den Ort wechseln
- Bei wechselhaftem Wetter
Das Klappdachzelt: Flexibilität trifft auf Komfort
Klappdachzelte bzw. Faltdachzelte erinnern an den Aufbau eines klassischen Zeltes. Der große Vorteil liegt im großzügigen Raumangebot, das Platz für bis zu vier Personen bieten kann. Der Platzvorteil liegt nicht nur in der Liegefläche, sondern auch in der Höhe, wodurch ein ganz anderes Raumgefühl entsteht. Durch das Auffalten der Zeltplane ragt das Softtop-Dachzelt über den Rand des Autos hinaus. Dadurch entsteht ein überdachter Zugang zum Zelt, was sich besonders an regnerischen Tagen als praktisch erweist.
Vorteile:
- Großzügiger Innenraum mit Stehhöhe
- Platz für 2-4 Personen
- Günstiger als Hartschalen-Dachzelte
- Oft als Dachzelt mit Vorzelt verfügbar
Nachteile:
- Längere Aufbauzeit (ca. 5 Minuten)
- Höherer Luftwiderstand
- Anfälliger für Witterungseinflüsse
Für wen geeignet:
- Familien und mehr als 2 Personen
- Personen mit mehr Platzbedarf
- Bei weniger Ortswechsel
Das Hybrid Dachzelt: Das Beste aus beiden Welten
Das Hybrid Dachzelt ist eine Kombination aus Hartschalen-Dachzelt und Klappdachzelt. Es verfügt über eine Hartschale sowie Wände aus Zeltstoff, die sich ausfalten lassen. Es überzeugt mit dem schnellen Aufbau sowie den Material-Vorzügen eines Hartschalen Dachzeltes. Gleichzeitig bietet das Hybrid Dachzelt das großzügige Raumangebot und den überdachten Einstieg eines Klappdachzeltes.
Vergleich Hartschalen vs. Klapp-Dachzelt
| Hartschale | Klapp | Hybrid | |
|---|---|---|---|
| Aufbauzeit | Ca. 1 Min | 3-5 Min | 1-2 Min |
| Gewicht | 70-90 kg | 40-70 kg | 60-80 kg |
| Preis | 2.500-3.500 € | 1.000-2.000 € | 2.000-3.000 € |
| Schlafplätze | 2 Personen | 2-4 Personen | 2-3 Personen |
| Aerodynamik | Sehr gut | Gut | Sehr gut |
| Ideal für | Wochenendtrips | Langzeitreise | Familienausflüge |
Warum Dachzelt – 9 Gründe, die dafürsprechen
An irgendeinem Punkt stehst du vor der Wahl, ob du dich für ein Autodachzelt, Campingzelt oder doch ein Wohnmobil entscheiden solltest. Wir verraten dir neun Vorteile, die für ein Dachzelt sprechen.
1. Schutz vor Bodenfeuchtigkeit
Im Dachzelt schläfst du weit weg vom nassen und kalten Untergrund. So kann kein Wasser vom Boden ins Zelt gelangen oder die Kälte von unten den Schlaf stören. Auch Steine und Boden-Unebenheiten sind damit Geschichte.
2. Keine Krabbeltiere
Auch hier kommt dir die Höhe zugute. Im Dachzelt bist du geschützter vor Krabbeltieren und ungebetenen Besuchern. Geschlossene Moskitonetze an den Fenstern und am Zelteingang schützen zudem vor Insekten.
3. Schneller Auf- & Abbau
Ist das Dachzelt einmal auf dem Auto montiert, ist es innerhalb von wenigen Minuten einsatzbereit. Besonders bei schlechten oder schnell wechselnden Wetterverhältnissen, bei denen eine schnelle Reaktion gefragt ist, spricht dies für ein Autodachzelt. Aber auch, wenn du einfach nicht viel Zeit in den Auf- und Abbau investieren möchtest.
Wusstest du schon?
Unser Dachzelt Wildland 2 lässt sich übrigens elektrisch per Knopfdruck in nur einer Minute öffnen. Noch einfacher, schneller und praktischer – insbesondere, wenn du allein unterwegs bist!
4. Mehr Stauraum & Platz im Auto
Dank eines Dachzeltes musst du keinen Stauraum für das Zelt im Auto einplanen. Auch die Kissen, Decken und Matratze kannst du während der Fahrt im Dachzelt lassen. So bleibt im Auto Platz für andere Ausrüstung und Begleiter.
5. Tolle Aussicht
Was gibt es Schöneres, als morgens mit einem großartigen Ausblick aufzuwachen und in den Tag zu starten? Die erhöhte Position bieten einen wunderbaren Panorama-Blick in alle Richtungen, sodass du gewiss den Sonnenaufgang gemütlich in deinem Schlafsack beobachten kannst.
6. Bequeme Matratze
Im Dachzelt schläfst du auf einer bequemen Matratze anstatt auf einer einfachen Isomatte. Mehr Komfort und folglich besserer Schlaf sind das Ergebnis. Die Matratze bleibt auch während der Fahrt im Dachzelt, sodass du dafür keinen Platz einplanen musst.
7. Immer für einen spontanen Ausflug bereit
Spontanen Wochenendtrips steht nichts mehr im Wege! Einfach kurz das Dachzelt montieren und losfahren. Dein mobiles Zuhause hast du so immer dabei.
8. Günstiger in der Anschaffung als ein Wohnmobil
Wenn du vom Vanlife träumst, könnte dieser Traum mit einem Dachzelt schnell wahr werden. Es bietet dir dieselbe Flexibilität beim Reisen, aber auch gleichzeitig mehr Komfort als beispielsweise ein Zelt. Zudem ist ein Dachzelt deutlich günstiger als ein ausgebauter Van und eine langfristige Investition, die weniger anfällig für Reparaturen ist.
9. Keine Geschwindigkeitsbeschränkung
Dachzelte gelten als Ladung und unterliegen keiner Geschwindigkeitsbeschränkung wie das beispielsweise bei Wohnmobilen der Fall ist. Nichtsdestotrotz solltest du dich an die Vorgaben seitens des Herstellers zur maximalen Geschwindigkeit halten und die „Ladung“ entsprechend sichern, um Bußgelder zu vermeiden.
Unser Hinweis: Wir empfehlen, die Geschwindigkeit von 110 km/h nicht zu überschreiten.
FAQ: Die wichtigsten Fragen rund ums Dachzelt
Ist im Dachzelt schlafen Wildcamping?
Ja, das Schlafen im Dachzelt gilt als Wildcamping. Informiere dich vorab über entsprechende Regelungen in deinem Reiseziel. In vielen skandinavischen Ländern und in Schottland gilt beispielsweise das Jedermannsrecht. Weitere Regelungen findest du in unserem Blogbeitrag zum Thema Wildcampen in Europa.
Wo ist es erlaubt, mit einem Dachzelt zu schlafen?
Zum Dachzelten bieten sich ausgewiesene Campingplätze, Wohnmobil Stellplätze aber auch private Grundstücke wie Bauernhöfe an, sofern du hier vorab die Erlaubnis eingeholt hast.
Darf ich mit Dachzelt auf Parkplätzen übernachten?
Zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit darf in Deutschland auch auf einem herkömmlichen Parkplatz bzw. im öffentlichen Raum geparkt werden, um zu schlafen. Beachte aber, dass das Camping Equipment auf jeden Fall im Auto bleibt – denn sonst gilt die Rast als Campen bzw. Wohnen, was verboten ist und mit Bußgeld geahndet wird.
Das Parken in beispielsweise Landschafts-, Wald- & Vogelschutzgebieten sowie Naturreservaten ist verboten bzw. bedarf einer besonderen Genehmigung. Achte generell auf Beschilderungen und halte dich an die örtlichen Anweisungen! Alles zum Thema Wildcamping und Alternativen in Deutschland findest du in unserem Blog.
Ist ein Dachzelt bei Gewitter sicher?
Ähnlich wie bei Zelten bietet das Dachzelt keinen faradyschen Käfig, auch wenn es auf dem Dach deines Autos ist. Begib dich bei Gewitter also am besten ins Auto oder an einen anderen sicheren Ort.
Was ist ein faradayscher Käfig?
Ein faradayscher Käfig ist ein geschlossener Raum oder ein Gegenstand aus Metall, der elektrische Felder und elektromagnetische Strahlung von außen abschirmt. Er sorgt dafür, dass elektrische Ladungen außen am Metall bleiben und nicht ins Innere gelangen. Alltagsbeispiele:
- Autos bieten oft einen gewissen Schutz bei Blitzeinschlag.
- Mikrowellen sind ein faradayscher Käfig, damit die Strahlung drinnen bleibt.
Wie schwer darf ein Dachzelt sein?
Die zulässige Dachlast findest du in der Betriebsanleitung des Fahrzeugherstellers. Durchschnittlich beträgt sie zwischen 50 und 100 kg. Hierbei handelt es sich um die dynamische Dachlast. Das ist die maximale Dachlast, die während der Fahrt auf das Fahrzeug wirken darf und bei der eine sichere Fahrt gewährleistet werden kann. Beachte hierfür sowohl das Gewicht des Dachzeltes als auch des Dachträgers. Im stehenden Zustand ist die statische Dachlast um ein Vielfaches höher.
Sobald das Fahrzeug steht und das Dachzelt aufgebaut ist, kommt das zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeugs ins Spiel. Hierbei handelt es sich um das Leergewicht plus das Gewicht der zulässigen Ladung, was nicht überschritten werden sollte. Die genaue Angabe findest du im Fahrzeugschein des Fahrzeugs. Dieser Wert ist wichtig für das parkende Fahrzeug inkl. Gewicht des Dachzeltes, der Dachträger, Personen und des Gepäcks – also alles, was das Gewicht des Fahrzeugs erhöht.
Wie schnell darf ich mit einem Dachzelt fahren?
Für Dachzelte – wie bei jeder Ladung – gilt in Deutschland lt. StVO keine festgelegte Höchstgeschwindigkeit. Als Fahrzeugführer bist du allerdings verpflichtet, jederzeit eine sichere Führung des Fahrzeugs zu gewährleisten. Da sich die Fahr- und Bremsdynamik mit Ladung ändert, gibt es seitens vieler Dachzelt- und Dachträger-Hersteller eine Empfehlung von max. 130 km/h.
Hintergrund ist, dass sich mit zunehmender Geschwindigkeit auch die Kräfte, die auf das Dachzelt und die Befestigung wirken, erhöhen. Dazu kommen die Windgeräusche und der exponentiell ansteigende Benzin-Verbrauch, die gegen das Fahren mit hohen Geschwindigkeiten sprechen. Beachte bei Reisen im Ausland die jeweils dort geltenden Regeln und Gesetze.
Welche Autos sind für Dachzelte geeignet?
Grundsätzlich lässt sich ein Dachzelt auf fast jedes Auto montieren. Es gibt zwei Dinge, die du beachten musst: Zum einen die Dachlast, zum anderen die Dach- bzw. Querträger.
Achte bei den Dachträgern darauf, dass sie einerseits auf das Fahrzeugmodell passen, um eine ordnungsgemäße Beförderung der Ladung zu gewährleisten. Dabei gibt es je nach Automodell unterschiedliche Möglichkeiten, wie du die Dachträger auf deinem Auto montieren kannst. Andererseits ist die angegebene Maximallast der Dachträger wichtig, die besagt, ob die Dachträger das Dachzelt überhaupt tragen können.
Kann ich das Dachzelt ganzjährig auf dem Auto lassen?
Kurz gesagt: Ja, das kannst du. Dachzelte sind sehr robust und können einiges ab. Wenn du keinen Platz für die Lagerung hast oder gerne spontan das ganze Jahr über campst, kannst du das Autodachzelt also ohne Bedenken auf dem Dach lassen.
Wie pflege ich mein Dachzelt richtig?
Wenn du dein Dachzelt ganzjährig auf dem Dach hast, ist es mehr der Witterung ausgesetzt. Es ist empfehlenswert, das Dachzelt bei gutem Wetter regelmäßig zu öffnen und zu lüften, um Feuchtigkeit zu vermeiden.
Solltest du dich gegen eine ganzjährige Nutzung entscheiden, achte bei der Lagerung auf jeden Fall darauf, dass das Zelt absolut trocken ist, um Schimmelbildung und Stockflecken zu vermeiden.
Was muss ich beim Kauf und auf Reisen eines Dachzeltes beachten?
Vor dem Kauf
- Dynamische Dachlast eines Autos meist zwischen 50 und 100 kg
- Statische Dachlast im Stand erhöht sich auf rund 200-300 kg
- Überlege dir, welches Modell das richtige für dich ist, je nach persönlichen Wünschen und Personenanzahl
- Eine ausreichende Wassersäule auch bei regnerischen Tagen
- Hochwertig verarbeitete Reißverschlüsse
- Genügend Belüftungsöffnungen
Während deiner Reise
- Aerodynamik deines Fahrzeugs ändert sich mit einem Dachzelt
- Spritkosten fallen mit Dachzelt etwas höher aus als ohne
- Höhe deines Fahrzeugs mit einem Dachzelt ändert sich
- Gewitter im Auge behalten und Plan B haben
