Kondenswasser im Zelt verringern – Tipps & Tricks

Ursachen & Lösungen für Kondenswasserbildung

Du kennst es sicherlich. Du wachst morgens in deinem Zelt auf und spürst, dass es über Nacht etwas feucht geworden ist. Vor allem an den Zeltwänden haben sich Tropfen gebildet. Wahrscheinlich stellst du dir direkt die Frage, ob dein Zelt wohlmöglich undicht ist. Das ist allerdings in den seltensten Fällen das Problem. Viel mehr sammelt sich in der Nacht Kondenswasser im Zelt. Wie Kondenswasser überhaupt entsteht und wie du Kondenswasser verminderst, erfährst du hier.

Entstehung von Kondenswasser im Zelt

Dass sich Kondenswasser in deinem Zelt bildet, hat ganz unterschiedliche Gründe. Die Bildung und Menge des Kondenswassers hängen von vielen verschiedenen Faktoren ab. Die häufigsten sind allerdings folgende:

1. Körperwärme und eigene Atmung

Durch deine Atmung in der Nacht entsteht Feuchtigkeit, auch dein Körper selbst gibt Feuchtigkeit durch die eigene Körperwärme ab – im Durchschnitt 0,5 Liter in einer Nacht. Je mehr Personen in einem Zelt schlafen, desto mehr Feuchtigkeit entsteht im Zelt. Somit spielt die Anzahl der Personen im Zelt eine große Rolle, wenn es um die Kondenswasserbildung geht.

2. Große Temperaturunterschiede

Vor allem bei hohen Temperaturunterschieden zwischen drinnen und draußen entsteht eine größere Menge an Kondenswasser. Im Zelt ist es nachts aufgrund der Körperwärme und der Isolation oft deutlich wärmer als außerhalb des Zeltes. Dieser Effekt wird erhöht, wenn es sich vor allem abends schnell abkühlt. Regenschauer begünstigen zusätzlich die Kondenswasserbildung im Zelt. Auch hier kühlt sich die Temperatur draußen deutlich ab, wobei es im Zelt schön warm bleibt. Durch diesen Temperaturunterschied erhöht sich das Kondenswasser im Zelt.

3. Hohe Luftfeuchtigkeit

Durch besonders warme Gegenden am Meer ist die Luftfeuchtigkeit sehr hoch. Dies spiegelt sich dann durch erhöhtes Kondenswasser in deinem Zelt wider, wodurch sich an den Zeltwänden Tropfen bilden. Gleiches gilt auch in der Nähe eines Sees oder Flusses.

Sanddüne am Meer mit Zaun
Camping am Meer bedeutet eine höhere Luftfeuchtigkeit

4. Nasse Kleidung vom Tag im Regen

Hast du einen Tag im Regen draußen verbracht, besteht meist keine andere Möglichkeit, als die getragene, nasse Kleidung mit ins Zelt zu nehmen. Hierbei trocknen die Sachen zwar über Nacht, aber die absorbierte Flüssigkeit findet sich dann an der Zeltwand wieder. Das passiert sogar bei Schuhen, wenn du lediglich über eine feuchte Wiese läufst.

5. Der Stellplatz deines Zeltes

Apropos feuchte Wiese: Stellst du dein Campingzelt auf feuchtem Boden wie etwa einer höheren Wiese vor allem am Morgen oder auf aufgeweichte Erde, gibt der Boden Feuchtigkeit ab und so entsteht wiederum mehr Kondenswasser. Je höher die Wiese oder das Gras, desto größer die Kondenswasserbildung innerhalb des Zeltes.

Bunte Blumenwiese im Morgengrauen
Kondenswasser im Zelt kann durch feuchten Untergrund entstehen

Kondenswasser im Zelt verhindern – Das hilft zur Reduzierung

Neben vielen Ursachen zur Entstehung von Kondenswasser im Zelt, gibt es allerdings auch viele Möglichkeiten, wie du die Bildung von Kondenswasser verhinderst oder zumindest reduzierst.

1. Stellplatz des Zeltes überdenken

Wie oben beschrieben, trägt vor allem ein feuchter Untergrund wie Erde oder hohe Wiesen dazu bei, dass sich schnell im Zelt Feuchtigkeit sammelt. Um dies zu vermeiden, prüfe am besten vorab, ob der Untergrund trocken ist und suche dir ansonsten einen anderen Platz aus. Die Nähe zu einem Bach, See oder Fluss begünstigt die Bildung von Feuchtigkeit im Zelt.

2. Gute Belüftung ist das A und O

Es ist wichtig, beim Kauf eines Zeltes darauf zu achten, dass es eine gute Belüftung hat. Diese trägt dazu bei, dass sich Kondenswasser reduzieren lässt. Im besten Fall solltest du abends Durchzug erzeugen. So zirkuliert die frische Luft von außen im Zelt wesentlich besser. Außerdem gelangt so die Frischluft auf der einen Seite ins Zelt und auf der anderen Seite entweicht die warme Luft aus dem Zelt. Optimal ist also, dass sich die Belüftungsöffnungen gegenüber voneinander befinden. Die meisten Zelte von uns besitzen mehrere Belüftungsöffnungen. Bei unserem Trivelig 6 Protect bieten dir sogar sechs Öffnungen zur Belüftung eine ideale Zirkulation der Luft.

Belüftungsöffnungen am Tunnelzelt
Belüftungsöffnung beim Tunnelzelt für optimale Durchlüftung

3. Bei warmen Klima die Türen schließen

Bist du vor allem im Sommer mit dem Zelt unterwegs und verbringst deinen Campingurlaub in einer warmen Region, dann achte auf jeden Fall darauf, tagsüber das Zelt, wenn möglich, geschlossen zu halten. Gerade im Laufe des Tages entsteht eine hohe Luftfeuchtigkeit, die sich so in deinem Zelt niederlässt. Lüfte am besten abends, wenn es abkühlt und die Luftfeuchtigkeit nicht mehr so hoch ist.

4. Nasse Kleidung nicht im Zelt trocknen

Gerade in warmen Regionen hast du eventuell nasse Badekleidung oder ein feuchtes Handtuch. Wenn möglich, trockne deine Kleidung und Handtücher am besten tagsüber draußen. So umgehst du die Bildung von starkem Kondenswasser im Inneren des Zeltes. Hast du keine andere Möglichkeit, leg die Kleidung ganz einfach über das von der Sonne aufgewärmte Zelt – so trocknet sie schneller.

Auch in kälteren Regionen, wo es tagsüber den ein oder anderen Regenschauer geben kann, hast du manchmal mit nasser Kleidung zu kämpfen. Hier ist es natürlich eher unpraktisch, wenn es sowieso schon regnet, die nasse Kleidung nach draußen zu hängen. Eine Lösung wäre vorübergehend, die Kleidung in einen wasserdichten Packsack zu packen. Sorge aber dafür, dass du am nächsten Tag erstens trockene Kleidung hast und zweitens die Möglichkeit, deine Sachen anders zu trocknen. Ansonsten bildet sich so schnell Schimmel.

5. Wähle eine Zeltunterlage

Durch eine Zeltunterlage entsteht eine Art Barriere zwischen Zelt und Boden. Ist der Boden dann doch einmal etwas feucht, kann so die Feuchtigkeit nicht so leicht ans Zelt weitergeleitet werden. Eine Zeltunterlage ist vor allem bei der Apsis sinnvoll, da diese oft keinen Zeltboden hat.

Alternativ setzen wir bei unseren Zelten auf eingenähte Zeltböden mit einer sehr hohen Wassersäule, die vor Feuchtigkeit im Zeltinneren schützen – wie etwa bei unserem Trivelig 8 Protect. Durch eine hervorragende Wassersäule wird hier verhindert, dass aufsteigende Feuchtigkeit vom Boden ins Zeltinnere gelangt.

Eingenähter Zeltboden im Tunnelzelt Trivelig
Trivelig Zelt mit eingenähtem Zeltboden

Du siehst also, dass es einige Möglichkeiten gibt, um der Kondenswasserbildung vorzubeugen. Kondenswasser lässt sich leider nicht ganz vermeiden – schon allein die Körperwärme trägt viel dazu bei. Mit ein paar Tipps & Tricks wie der richtigen Belüftung und dem passenden Stellplatz deines Zeltes, lässt sich Kondenswasser in deinem Zelt zumindest deutlich reduzieren.